Drei Tage für Gesundheitsgerechtigkeit – Sommertour „Gesund.Gerecht.“

Köln, Krefeld, Duisburg / 15.-17. Juli 2025 | Gemeinsam mit meiner Kollegin Jule Wenzel (MdL) war ich in diesem Monat auf Sommertour.

Unter dem Titel „Gesund.Gerecht.“ haben wir in Köln, Krefeld und Duisburg Orte besucht, an denen sichtbar wird, was es bedeutet, wenn Gesundheit kein selbstverständlicher Zugang, sondern tägliche Herausforderung ist. Und zugleich: wie viel Mut, Expertise und Engagement vor Ort bereits wirken.

Köln: Medizin, Würde und Verlässlichkeit – auch ohne Krankenversicherung

In Köln starteten wir in der MülHEIMer Arche und der angeschlossenen CAYA-Praxis, wo wohnungslose und nichtversicherte Menschen medizinische Versorgung und soziale Unterstützung erhalten – unabhängig von Herkunft, Sprache oder Aufenthaltsstatus. Die Verbindung aus sozialer Beratung, medizinischer Grundversorgung und niedrigschwelliger Begegnung beeindruckte mich besonders.
Im anschließenden Austausch mit der Streetworkerin Melissa Linda Rennings wurde deutlich, wie sehr insbesondere wohnungslose Frauen auf sichere Orte und politisch flankierte Hilfsangebote angewiesen sind.

Danach besuchten wir dieKümmerei in Chorweiler, ein Projekt, das Gesundheitsberatung, Sozialarbeit und Netzwerkarbeit im Stadtteil zusammenbringt. Hier wird in 13 Sprachen beraten, unterstützt und vermittelt – durch ein multiprofessionelles Team mit starker Bindung an das „Veedel“. Ein beeindruckendes Beispiel für das Potenzial lokaler Gesundheitsregionen.

Krefeld: Sucht, Stabilität und Quartiersgesundheit

In Krefeld stand zunächst das Drogenhilfezentrum der Caritas Krefeld im Fokus. Dort haben wir erlebt, wie Suchthilfe menschenwürdig und wirksam gestaltet werden kann – mit einem geschützten Konsumraum, medizinischer Begleitung und konkreten Hilfen für den Alltag. Besonders berührt haben mich die Geschichten von Menschen, die regelmäßig ins Zentrum kommen, weil sie dort Vertrauen, Struktur und eine Perspektive finden.

Im Anschluss besuchten wir das neue Quartierszentrum Stahldorf. Eine Mitmachküche, Eltern- und Sprachcafés, Bewegungsangebote und die Gesundheitslotsin vor Ort machen deutlich, wie nah Gesundheitsförderung und Prävention an der Lebensrealität der Menschen ansetzen kann – vom Kita-Kind bis zur Seniorin. Auch hier: Engagement, Kreativität und Kooperation tragen weit.

Duisburg: Versorgungslücken erkennen – und schließen

In Duisburg lag der Fokus auf den Menschen, die durch unser Gesundheitssystem fallen. Bei der Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung wurde uns berichtet, wie sich das Team mit großem Einsatz um Schwangere, junge Familien und Menschen ohne Aufenthaltsstatus kümmert. Die medizinische Versorgung wird dort fast vollständig über Spenden getragen. Klar wurde: Diese Verantwortung darf nicht dauerhaft auf Ehrenamt übertragen werden.

Die Psychosozialberatung der Arbeiter-Wohlfahrt in Hamborn berät Menschen mit SGB II Bezug zu psychischen Problemlagen, Gesundheit, Einkommen, Schulen, Erziehung, Familie oder zur Wohnsituation und unterstützt bei einer weiterführenden Vermittlung.

Anschließend besuchten wir das neu errichtete Gesundheitshaus der AOK Rheinland in Hamborn, das als Anlaufstelle für gesundheitliche und soziale Fragen dient. Die Idee: Prävention, Beratung und Begleitung direkt im Quartier verankern. Ein vielversprechender Ansatz, der aber strukturelle Unterstützung braucht, um dauerhaft wirken zu können.

Mein Fazit

Diese drei Tage haben mir erneut vor Augen geführt: Gesundheit ist mehr als medizinische Leistung. Es geht um Vertrauen, Sprache, Struktur – und um die Frage, ob wir als Gesellschaft bereit sind, für alle zu sorgen.

Ich danke allen Einrichtungen, Gesprächspartner*innen und engagierten Menschen, die wir auf dieser Tour kennenlernen durften. Sie zeigen: Es geht anders – wenn wir es politisch wollen.

Tag 1 – Köln

Tag 2 – Krefeld

Tag 3 – Duisburg