Neuss, 07.03.2026 | Beim 6. Tag der Seniorenzahnmedizin der Zahnärztekammer Nordrhein durfte ich ein Grußwort halten und mit vielen engagierten Zahnärztinnen, Zahnärzten, Pflegefachkräften und Wissenschaftler:innen ins Gespräch kommen.
Der demografische Wandel ist nicht nur eine Herausforderung – er ist auch eine Erfolgsgeschichte der Prävention. Immer mehr Menschen behalten ihre eigenen Zähne bis ins hohe Alter. Das ist das Ergebnis jahrzehntelanger Präventionsarbeit, guter Versorgung und Aufklärung.
Gleichzeitig entstehen dadurch neue Aufgaben:
Wenn Menschen länger eigene Zähne haben, steigen auch die Anforderungen an die Versorgung im hohen Alter – insbesondere bei Pflegebedürftigkeit, eingeschränkter Mobilität oder Mehrfacherkrankungen.
Drei Kernbotschaften, die ich mitnehme:
- Karies ist die häufigste chronische Erkrankung weltweit. Gerade deshalb zeigt die Zahnmedizin eindrucksvoll, wie wirksame Prävention Erkrankungen reduzieren kann.
- Prävention und Gesundheitsförderung sind ein Erfolgsmodell in der Zahnmedizin. Gruppenprophylaxe, Aufklärung und regelmäßige Vorsorge haben die Mundgesundheit in Deutschland deutlich verbessert – darauf müssen wir weiter aufbauen.
- Prävention muss vulnerable Gruppen erreichen: Kinder und Jugendliche aus zugewanderten Familien, Menschen mit geringem Einkommen oder Pflegebedürftige profitieren oft zu wenig von Präventionsangeboten. Hier braucht es gezielte, niedrigschwellige Strukturen.
Gerade in einer älter werdenden Gesellschaft wird es entscheidend sein, Zahnmedizin, Pflege und Prävention stärker zu verzahnen – und neue Möglichkeiten, etwa durch digitale Lösungen und KI, klug zu nutzen.
Vielen Dank an die Zahnärztekammer Nordrhein für die Einladung und an alle Fachkräfte, die täglich dazu beitragen, dass Mundgesundheit und Lebensqualität bis ins hohe Alter möglich bleibt.

