Rückblick: Rassismus im Gesundheitswesen  – Erkenntnisse des Rassismusmonitors

Rückblick auf die Online-Veranstaltung am 20. Februar 2024

Wie hängen Rassismus und Gesundheit zusammen? Wie verbreitet ist Rassismus im deutschen Gesundheitswesen? Wie äußert sich Rassismus in der gesundheitlichen Versorgung und wer ist davon besonders betroffen?

Das Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZim) hat im Rahmen des Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitor (NaDiRa) eine umfangreiche wissenschaftliche Studie zu „Rassismus und seine Symptome“ vorgelegt.

Verena Schäffer und Meral Thoms luden zu einer Online-Veranstaltung ein. Prof. Dr. Zerrin Salikutluk und Dr. Cihan Sinanoğlu vom DeZim Institut diskutierten mit zahlreichen Teilnehmer:innen über die Ergebnisse der Studie.

Die Studie zeigt klar auf, dass Rassismus im Gesundheitswesen strukturell verankert ist. Die alarmierende Folge für die Betroffenen: Je mehr Diskriminierungs- und Rassismuserfahrungen eine Person erlebt, umso schlechter ist ihr allgemeiner Gesundheitszustand und umso eher weist sie Symptome einer Angststörung und depressiven Erkrankung auf.

Ein besonders deutliches Ergebnis ergab sich aus einem Experiment zur schriftlichen Terminanfrage in ca. 6.800 Arztpraxen unterschiedlicher Fachrichtungen – Menschen mit türkisch-gelesenem Namen und mit nigerianisch-gelesenem Namen erhalten deutlich schwieriger einen Ersttermin bei Psychotherapeut:innen.

Im Kampf gegen Rassismus im Gesundheitswesen setzen wir auf ein Bündel von Maßnahmen:

  • Sensibilisierung zu Rassismus im Gesundheitswesen
  • Forschungsförderung: derzeit ist eine Studie zu Rassismus im Gesundheitswesen aus Perspektive der Beschäftigten in Planung

Parlamentarische Initiative zu Gemeinsam gegen Gewalt und Diskriminierung unseres Gesundheitspersonals (18/3677) unter Berücksichtigung von Rassismus als Form von Gewalt. Die Landesregierung wurde beauftragt:

  • Erfahrungsaustausch zu Gewaltschutzkonzepten für die Einrichtungen des Gesundheitswesens zu ermöglichen;
  • Handreichungen & Leitlinien zum Umgang mit verschiedenen Handlungsfeldern, z.B. zu den verschiedenen Diskriminierungsdimensionen und zu sexualisierter Gewalt im Austausch mit einschlägigen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis zu erarbeiten;
  • gemeinsam mit den Verbänden der Gesundheitseinrichtungen zu  beraten, wie Angebote der Vor- und Nachsorge bestmöglich ausgebaut werden können, z.B. die Etablierung von organisationsinternen Ansprechpartnerinnen und -partnern oder Beauftragten für Gewaltschutz und Antidiskriminierung;
  • im engen Austausch mit den Verbänden und Kammern zu beraten, wie Lehrinhalte rund um Gewaltschutz sowie Schutz vor sexualisierter Gewalt und rassistischer Diskriminierung in der Aus-, Fort- und Weiterbildung weiterentwickelt werden können;
  • Informationen über Hilfsangebote für Betroffene zentral zur Verfügung zu stellen;
  • die Daten- und Forschungslage zu Gewalt gegen Beschäftigte im Gesundheitswesen zu evaluieren.

Hier geht es zur Kurzdarstellung des Studien-Designs, zu den Ergebnissen und Handlungsempfehlungen des DeZim: NaDiRa Monitoringbericht (Präsentationsfolien) oder umfangreicher Pressematerialien zur Studie.

Die gesamte wissenschaftliche Studie „Rassismus und seine Symptome“ steht zum Download auf der Internetseite des DeZim bereit.