27.06.2025 | Meral Thoms, gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag NRW, und Julia Eisentraut, Sprecherin für Digitalisierung, Wissenschaft, Datenschutz und Weiterbildung, luden zum digitalen Austausch rund um die ePA ein.
Nach einer Pilotphase in mehreren Modellregionen, darunter auch in Nordrhein-Westfalen, hat am 29. April der bundesweite Rollout der ePA in Praxen und Gesundheitseinrichtungen begonnen. Ein idealer Zeitpunkt, um gemeinsam mit Expert:innen erste Erfahrungen auszuwerten und zentrale Fragen zu diskutieren – praxisnah, verständlich und kritisch.
Impulse der Expert:innen
Laura Galyga, Referentin Telematik – eSolutions bei der AOK Rheinland/Hamburg, und Heiner Vogelsang, Referent in der Landesvertretung NRW der Techniker Krankenkasse, stellten die Historie der elektronischen Patientenakte vor, informierten über den Stand der Nutzung und zeigten die aktuellen und zukünftigen Vorteile der ePA für Versicherte aus Sicht der gesetzlichen Krankenkassen auf.
Jakob Scholz, stellv. Geschäftsbereichsleiter IT & Digital Health bei der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), erläuterte die Softwarearchitektur der ePA insbesondere für Praxen und nahm Bedenken hinsichtlich der Diskussion um Datenschutzlücken. Er erklärte, welche Daten bis zu welchem Stichtag unter welchen Voraussetzungen in die ePA eingeflossen sind bzw. einfließen werden. Die perspektivischen Optionen zeigte er anhand der Roadmap der ePA bis in das Jahr 2026 auf.
Als Facharzt für Allgemeinmedizin und Allgemeinchirurgie, dessen Praxis bereits an der Pilotphase teilgenommen hat, betonte der eHealth-Experte Dr. Stefan Spieren schließlich den Mehrwert für Praxen und Patienten. So stelle die Medikamentenliste schon heute einen großen Vorteil in puncto Sicherheit bei der präzisen Medikation dar.
Die Expert:innen waren sich darin einig, dass die elektronische Patientenakte ein erfolgreiches Beispiel für die Zusammenarbeit aller beteiligten Institutionen darstellt und einen hohen Mehrwert die Gesundheit der Patient:innen mit sich bringt.
An die Gematik (Nationale Agentur für Digitale Medizin, die als zentrale Plattform für digitale Anwendungen im deutschen Gesundheitswesen verbindliche Standards für Dienste, Komponenten und Anwendungen definiert und durchsetzt) wurde der Wunsch nach „mehr Elan“ und einer früheren Einbindung der Fachinstitutionen adressiert.
Julia Eisentraut betonte, die ePA werde sich als „lebendiges“ Produkt weiterentwickeln, damit auch die Sicherheitsarchitektur. Die Politik müsse die Rahmenbedingungen für eine sichere Datennutzung im Sinne der Menschen schaffen.
Meral Thoms unterstrich abschließend noch einmal den Erfolgsfaktor Austausch für einen effizienten Einsatz des lernenden Systems ePA, beispielsweise zur Personalentlastung.
FAQ – Linkliste
- FAQ der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) – https://www.kbv.de/html/69298.php
- FAQ Telematikinfrastruktur der Gematik – https://www.gematik.de/anwendungen/telematikinfrastruktur/faq#1493
- FAQ Praxis Dr. Spieren – https://spieren.de/epa



